Du bist dir noch nicht ganz sicher, ob eine Zero Waste Mens­trua­tion das Rich­tige für dich ist? Hier geben wir dir auf jeden Fall schon mal sie­ben gute Gründe, deine Mens­trua­tion nach­hal­ti­ger zu gestal­ten. Und wir sind für dich da, wenn du wei­tere Fra­gen hast oder Tipps brauchst! Aber um ehr­lich zu sein, ist jeder Anfang schwer und andere Pro­dukte brin­gen natür­lich auch die ein oder andere Her­aus­for­de­rung mit sich. Des­we­gen fin­dest du wei­ter unten auch noch drei eher nega­tive Aspekte der wie­der­ver­wend­ba­ren Alter­na­ti­ven. Fan­gen wir aber erst mal mit den Vor­tei­len einer umwelt­freund­li­chen Peri­ode an!

1. Müllvermeidung: Der Umwelt zuliebe 

Immer mehr men­stru­ie­rende Per­so­nen suchen nach Alter­na­ti­ven zu tra­di­tio­nel­len Weg­werfarti­keln. Grund Num­mer 1 ist die Scho­nung unse­rer Umwelt, also die Ver­mei­dung von (Plastik-)müll. Vor allem Mini­ma­lis­ten und Men­schen, die einen nach­hal­ti­gen Lebens­stil ver­fol­gen, sind von wie­der­ver­wend­ba­ren Mög­lich­kei­ten wäh­rend der Mens­trua­tion begeis­tert. Und die Gründe lie­gen auf der Hand. Wahr­schein­lich brau­chen sie nur noch eine Mens­trua­ti­ons­tasse, ein paar Sli­pein­la­gen aus Stoff oder ein paar Mens­trua­ti­ons­hös­chen. Ich würde sagen, viel näher kön­nen wir einer Zero Waste Mens­trua­tion nicht kom­men (außer wir prak­ti­zie­ren natür­lich free blee­ding).

2. Gut für deinen Intimbereich

Vor allem Men­schen deren Haut im Intim­be­reich emp­find­li­cher ist, schät­zen die Gemüt­lich­keit und den Kom­fort von den natür­li­chen Stof­fen der Mens­trua­ti­ons­un­ter­wä­sche oder wasch­ba­ren Bin­den. End­lich gibt es kein unan­ge­neh­mes Plas­tik und kein Kle­be­stei­fen mehr den gan­zen Tag zwi­schen den Bei­nen. Die Muschi kann wie­der rich­tig atmen! Auch deine Vagi­nal­flora wird es dir dan­ken. Denn im Gegen­satz zu Tam­pons trock­nen Mens­trua­ti­ons­tas­sen die Schleim­häute nicht aus oder brin­gen dei­nen pH-Wert aus dem Gleich­ge­wicht. Sie fan­gen ledig­lich das Mens­trua­ti­ons­blut auf. Und wuss­test, dass viele Tam­pons gebleicht wer­den? Hersteller*innen von Tam­pons müs­sen die Inhalts­stoffe der Pro­dukte nicht auf der Ver­pa­ckung ange­ben. Ver­rückt, oder?

3. Du lernst deinen Körper besser kennen

Wenn du wie­der­ver­wend­bare Mens­trua­ti­ons­pro­dukte ver­wen­dest, wirst du dich bes­ser ken­nen­ler­nen. Denn oft for­dern diese Alter­na­ti­ven eine inten­si­vere Aus­ein­an­der­set­zung mit dir selbst, dei­nem Kör­per und dei­ner Peri­ode. So bekommst du ein bes­se­res Gefühl dafür, was in dei­nem Kör­per wäh­rend der Mens­trua­tion pas­siert. Dies bedeu­tet auch, dass wir die Peri­ode auf eine Art bes­ser ‚steu­ern’ kön­nen, da wir ein umfas­sen­de­res Ver­ständ­nis für sie haben. Mit einer Mens­trua­ti­ons­tasse kannst du zum Bei­spiel leicht einen Über­blick bekom­men, wie viel Mens­trua­ti­ons­blut du wirk­lich ver­lierst oder wel­che Farbe dein Mens­trua­ti­ons­blut hat (Spoi­ler: nicht blau, wie es uns doch lei­der so oft in der Wer­bung gezeigt wird). Diese Inter­ak­tio­nen kön­nen auch dabei hel­fen, Wert­schät­zung und Dank­bar­keit für den eige­nen Kör­per zu ent­wi­ckeln. Zu guter letzt ist die bewusste Erfah­rung und das steu­ern dei­nes Kör­pers, der erste Schritt in Rich­tung freie Mens­trua­tion.

4. Kein Stress mehr mit leeren Tamponpackungen

Wie­der­ver­wend­bare Alter­na­ti­ven kön­nen Stress rund um die Peri­ode redu­zie­ren. Denn wenn du ein­mal in ein nach­hal­ti­ges Pro­dukt inves­tiert hast, kannst du es jeder­zeit (wie­der) benut­zen und stehst nicht vor dem Dilemma, dass die Tam­pon-Box genau dann leer ist, wenn du drin­gend einen bräuch­test. Vor allem wenn du dazu neigst, unre­gel­mä­ßige Peri­oden zu haben, gibt es keine bösen Über­ra­schun­gen mehr. So kannst du Mens­trua­ti­ons­un­ter­wä­sche auch pro­blem­los tra­gen, wenn du nicht deine Tage hast. Und Mens­trua­ti­ons­tas­sen sind auch schnell und ein­fach in jeder Tasche verstraut.

5. Eine fröhliche Menstruation mit bunten Farben & Mustern

Oft sind her­kömm­li­che Weg­werf­pro­dukte für die Mens­trua­tion eher ste­ril, funk­tio­nell und lang­wei­lig. In der nach­hal­ti­gen Mens­trua­ti­ons­welt sind dei­ner Vor­stel­lung jedoch fast keine Gren­zen mehr gesetzt! Mens­trua­ti­ons­tas­sen oder Stoff­bin­den sind auch gerne mal far­ben­froh oder vol­ler Mus­ter. Auch Mens­trua­ti­ons­un­ter­wä­sche gibt es mitt­ler­weile in vie­len ver­schie­de­nen For­men, Far­ben und vor allem auch Schnit­ten! Die Styles rei­chen von Tanga über Hips­ter oder sexy Hös­chen bis hin zu Boxern? Hier fin­den alle Geschlechts­iden­ti­tä­ten die rich­tige Unter­wä­sche für sich. Und wenn du und deine Mens­trua­tion gerade mal nicht das beste Ver­hält­nis haben, ist es doch viel­leicht gut, wenigs­tens eine schöne Mens­trua­ti­ons­un­ter­hose tra­gen zu können?

6. Sport und Flugreisen? Alles problemlos möglich!

Egal ob du eher zu Hause bist oder viel reist, eine umwelt­freund­li­che Peri­ode ist auch unter­wegs mög­lich! Mens­trua­ti­ons­tas­sen kön­nen vor allem beim Sport, schwim­men, län­ge­ren Wan­de­run­gen oder Rei­sen von Vor­teil sein. Durch das recht große Fas­sungs­ver­mö­gen müs­sen sie in der Regel nicht so häu­fig gewech­selt wer­den wie Weg­werf­pro­dukte. Sie geben dir mehr Fle­xi­bi­li­tät und Unab­hän­gig­keit, da das Mit­neh­men von Ersatz nicht mehr not­wen­dig ist. Ein­fach ent­lee­ren, aus­wa­schen und erneut ein­set­zen. Das ist auch bei län­ge­ren Wan­de­run­gen in der Natur sehr praktisch.

7. Ablehnung großer Konzerne & Unterstützung von StartUps

Du hast keine Lust mehr, jeden Monat die gro­ßen Unter­neh­men mit dem Kauf von Ein­weg­ar­ti­keln zu berei­chern? Dann gibt es gute Neu­ig­kei­ten! Oft wer­den die Alter­na­tiven eher von Star­tUps oder Social Busi­ness auf den Markt gebracht. Der monat­li­che Ver­kauf von Weg­werfar­ti­keln ren­tiert sich näm­lich deut­lich bes­ser, als alle 10 Jahre eine Cup zu ver­kau­fen. Die jun­gen Star­tups jedoch ste­cken viel Herz­blut in die Ent­wick­lung der Pro­dukte und freuen sich wirk­lich über jeden Verkauf.

Drei Herausforderungen bei der umweltfreundlichen Periode

Auch wenn die Gründe für die Ver­wen­dung wie­der­ver­wend­ba­rer Alter­na­ti­ven aus mei­ner Sicht deut­lich über­wie­gen, gibt es natür­lich wie immer auch ein paar unan­ge­nehmere Aspekte. Und die wol­len wir euch nicht vor­ent­hal­ten! Ein­weg­pro­dukte sind auf den ers­ten Blick oft etwas ein­fa­cher in ihrer Anwen­dung, denn nach­hal­tige Mög­lich­kei­ten kön­nen in ihrer Hand­ha­bung teil­weise etwas umständ­li­cher sein. Ist aber alles halb so wild, wenn die Hand­griffe nach der Zeit rich­tig sit­zen. Hier aber drei kleine Her­aus­for­de­run­gen einer nach­hal­ti­gen Periode.

1. Reinigung

Um die umwelt­freund­li­chen Peri­oden­pro­dukte erneut ver­wen­den zu kön­nen, müs­sen sie natür­lich auch gründ­lich gewa­schen wer­den. Wie du wahr­schein­lich weißt, ist es nicht ganz leicht das Mens­trua­ti­ons­blut wie­der aus Stof­fen zu ent­fer­nen. Mit dem rich­ti­gen Wis­sen ist es im End­ef­fekt aber auch gut mach­bar.
Mens­trua­ti­ons­un­ter­wä­sche und Stoff­bin­den müs­sen zum Bei­spiel nach dem Tra­gen kurz mit kal­ten Was­ser (am bes­ten mit der Hand) aus­ge­spült wer­den. Danach kön­nen sie ganz nor­mal und zusam­men mit dei­nen ande­ren Kla­mot­ten in die Wasch­ma­schine. Auch Mens­trua­ti­ons­tas­sen brau­chen etwas mehr Rei­ni­gung. So sollte die Tasse vor und nach der Peri­ode ein­mal für ein paar Minu­ten mit Was­ser abge­kocht wer­den. Wenn die Tasse voll ist, muss sie ein­mal vor­sich­tig auf der Toi­lette geleert und am Bes­ten kurz mit Was­ser gerei­nigt werden.

2. Wechseln von wiederverwendbaren Produkten unterwegs

Je nach Pro­dukt und Saug­fä­hig­keit müs­sen die blut­ge­tränk­ten Alter­na­ti­ven even­tu­ell noch nach Hause trans­por­tiert wer­den. Hier ist Vor­be­rei­tung alles: ein­fach ent­spre­chende aus­lauf­si­chere Taschen dafür dabei haben. Dann ist das kein Pro­blem. Und Mens­trua­ti­ons­tas­sen kön­nen zum Bei­spiel auch beden­ken­los unter­wegs gerei­nigt und mit Was­ser abgewaschen wer­den. Und wenn du in öffent­li­chen Toi­let­ten bist? Umso bes­ser! Spring über dei­nen Schat­ten und bre­che aktiv das Tabu rund um Mens­trua­tion, in dem du den Cup ganz ent­spannt im Wasch­be­cken wäschst. Denn Mens­trua­tion und das dazu­ge­hö­rige Blut sind etwas ganz Nor­ma­les! Also keine Scheu, das Mens­trua­ti­ons­blut auch mal öffent­lich zu zei­gen. Hier fin­dest du unsere bes­ten Tipps! Trotze den Mar­ke­ting­bot­schaf­ten gro­ßer Kon­zerne und sei alles andere als diskret. 

 3. Teilweise noch teure Einkaufspreise

Der Nach­teil von Mens­trua­ti­ons­un­ter­wä­sche ist lei­der, dass der Markt dafür noch recht klein ist und sie des­we­gen auch rela­tiv teuer sind. Es ist emp­feh­lens­wert meh­rere Mens­trua­ti­ons­hös­chen zu besit­zen. Denn die Unter­wä­sche muss nach dem Tra­gen erst gewa­schen und getrock­net wer­den, bevor sie erneut ver­wen­det wer­den kann. Der Kauf meh­re­rer Mens­trua­ti­ons­ho­sen kann aber lei­der ein biss­chen ins Geld gehen und nicht alle kön­nen es sich leis­ten. Das ist eine Her­aus­for­de­rung, denn es ist ein ‚bezah­len, um mit­ma­chen zu dür­fen’ Ansatz. Es ist nicht ganz fair, wenn Men­schen von sozia­len Ver­än­de­rungs­pro­zes­sen, wie der Mens­trua­ti­ons­re­vo­lu­tion, auf­grund von hohen Prei­sen aus­ge­schlos­sen wer­den. Andere Pro­dukte, wie zum Bei­spiel die Cup, sind zum Glück jedoch deut­lich güns­ti­ger und hier ist es auch wirk­lich nur eine ein­ma­lige Inves­ti­tion, die dich und deine Peri­ode die nächs­ten zehn Jahre beglei­ten wird.

Am Ende gilt: Du entscheidest!

Vor- und Nach­teile einer umwelt­freund­li­chen Peri­ode hin oder her. Am Ende des Tages ent­schei­dest DU, wie du deine Mens­trua­tion gestal­test und was sich für dei­nen Kör­per rich­tig anfühlt! Wir sind nur dafür da, dir Denk­an­stöße zu geben und alter­na­tive Mög­lich­kei­ten aufzuzeigen.

 Happy bleeding!

Britta 
Co-Foun­de­rin Vulvani | britta@vulvani.com | Web­site | + posts

Britta Wiebe ist die Co-Grün­de­rin von Vul­vani. Am liebs­ten recher­chiert, schreibt und kon­zi­piert sie den gan­zen Tag neue Arti­kel oder inno­va­tive Bil­dungs­for­mate rund um Mens­trua­tion. Wenn sie nicht in der wei­ten Welt unter­wegs ist, genießt sie ihre Zeit mit lie­ben Men­schen im schö­nen Hamburg.