Ist meine Peri­ode eigent­lich nor­mal? Diese Frage stel­len sich viele men­stru­ie­rende Men­schen. Und wir haben die Ant­wor­ten für dich!  Eine ein­fache Schwarz-Weiß-Ant­wort dar­auf zu geben, ist jedoch nicht so ein­fach. Denn die Länge, Stärke oder Regel­mä­ßig­keit der Mens­trua­tion ist von Per­son zu Per­son ver­schie­den. Jede Peri­ode ist also anders und wird ganz indi­vi­du­ell erlebt. Es gibt den­noch einige Aspekte, die typi­scher­weise für eine gesunde Peri­ode gel­ten und wir schauen uns gemein­sam ver­schie­dene  Mens­trua­ti­ons­auf­fäl­lig­kei­ten an. Hier fin­dest du die Ant­wor­ten auf fünf Fra­gen, die du dir wahr­schein­lich schon mehr­fach gestellt hast.

1. Wie häufig sollte ich meine Menstruation bekommen?

Bei den Unre­gel­mä­ßig­kei­ten des Blu­tungs­rhyth­mus wird zwi­schen einer zu häu­fi­gen und zu sel­te­nen Mens­trua­tion unter­schie­den. Mens­trua­ti­ons­zy­klen, die weni­ger als 24 oder mehr als 35 Tage dau­ern, wer­den als unre­gel­mä­ßige Zyklen bezeich­net. Bleibt die Mens­trua­tion drei Monate oder län­ger kom­plett aus, wird von einer sekun­dä­ren Amenor­rhö gespro­chen. Eine zu sel­tene Mens­trua­tion wird Oli­go­menor­rhoe genannt. Der Mens­trua­ti­ons­zy­klus ist zu lang, wenn er mehr als 35 Tage (maxi­mal 90) beträgt. Auf­grund von Ver­än­de­run­gen im Hor­mon­haus­halt tritt Oli­go­menor­rhoe vor allem nach der Men­ar­che oder vor den Wech­sel­jah­ren auf und ist in die­ser Zeit nor­mal. Eine zu häu­fige Mens­trua­tion hin­ge­gen wird Poly­menor­rhoe genannt. Dies ist der Fall, wenn der Gesamt­zy­klus weni­ger als 24 Tage beträgt. Vor allem wenn du deine Mens­trua­tion noch nicht so lange hast, ist es nor­mal, dass sie eher unre­gel­mä­ßig ist. Aber auch Krank­hei­ten oder Stress kön­nen Grund für unre­gel­mä­ßige Blu­tun­gen sein. Um auf Num­mer sicher  zu gehen, soll­test du deine Schwan­kun­gen im Zyklus mit dei­ner Frauenärzt*in in Ruhe besprechen.

2. Wie lange dauert meine Periode?

Die monat­li­che Blu­tung dau­ert in der Regel zwi­schen drei bis sie­ben Tagen. Die Stärke der Regel­blu­tung ver­än­dert sich wäh­rend der Mens­trua­tion von eher stär­ker am Anfang bis hin zu einer leich­te­ren Blu­tung am Ende. Manch­mal wird die Peri­ode vor­her oder nach­her auch von leich­ten Schmier­blu­tun­gen beglei­tet, die jedoch nicht mehr zur eigent­li­chen Mens­trua­tion gezählt wer­den. Die Blu­tungs­dauer wird von ver­schie­de­nen Fak­to­ren, wie zum Bei­spiel Hor­mo­nen, Stress oder Alter beeinflusst.

3. Darf ich Zwischenblutungen haben? 

Schwa­che Blu­tun­gen, die zwi­schen zwei Peri­oden auf­tre­ten, wer­den als Schmier- oder Zwi­schen­blu­tungen bezeich­net. Sie sind eine Form von Zyklus­stö­rung. Unab­hän­gig von der eigent­li­chen Mens­trua­tion kann eine Schmier­blu­tung jeder­zeit ein­set­zen und ist nor­mal. Es ist oft ein uner­war­te­ter bräun­li­cher Aus­fluss, der ein bis drei Tage dau­ern kann. Die Ursa­che hier­für ist meist eine hor­mo­nelle Umstel­lung. Wenn die Blu­tung zum Zeit­punkt des Eisprungs auf­tritt, wird auch von Mit­tel- oder Ovu­la­ti­ons­blu­tung gespro­chen. Die Schmier­blu­tun­gen kurz vor oder nach der eigent­li­chen Mens­trua­tion wer­den Spot­ting genannt.

4. Wie viel Blut ist eigentlich wirklich zu viel bzw. zu wenig?

Bei den Unre­gel­mä­ßig­kei­ten des Blu­tungs­mus­ters wird zwi­schen einer zu star­ker und zu leich­ter Mens­trua­tion unter­schie­den. Eine zu starke Mens­trua­tion wird Hyper­menor­rhoe genannt. Sie ist durch einen erhöh­ten Blut­ver­lust wäh­rend der Mens­trua­tion gekenn­zeich­net. Dies ist der Fall, wenn der Blut­ver­lust pro Mens­trua­tion mehr als 80ml beträgt. Eine zu schwa­che Mens­trua­tion hin­ge­gen wird als Hypo­menor­rhö bezeich­net. Sie ist durch eine schwa­che und kurze Mens­trua­ti­ons­blu­tung gekenn­zeich­net ist. Dies ist der Fall, wenn der Blut­ver­lust pro Mens­trua­tion weni­ger als 25ml beträgt. Wechelst du dei­nen Tam­pon oder Binde sel­te­ner als alle zwei Stun­den? Dann ist wahr­schein­lich alles nor­mal. Wenn du eine Mens­trua­ti­ons­tasse benutzt, kannst du die Blut­menge recht leicht über­prü­fen. Denn meist haben Mens­trua­ti­ons­tas­sen ein Fas­sungs­ver­mö­gen von bis zu 30ml und kleine ml-Stri­che an der Seite.

5. Welche Menstruationsbeschwerden sind normal?

Leichte Beschwer­den oder Schmer­zen, die vor, wäh­rend oder nach der Mens­trua­tion auf­tre­ten, sind bei vie­len men­stru­ie­ren­den Men­schen nor­mal. Hierzu gehö­ren zum Bei­spiel Krämpfe, Übel­keit, Kopf­schmer­zen, Span­nungs­ge­fühl in den Brüs­ten oder all­ge­mei­nes Unwohl­sein. Wenn die Beschwer­den stär­ker sind und du dadurch im All­tag ein­ge­schränkt bist, kön­nen sie eine Form von Zyklus­stö­run­gen sein. Schmerz­hafte oder schwie­rige Regel­blu­tun­gen wer­den als Dys­me­nor­rhoe bezeich­net. Beschwer­den und Stim­mungs­schwan­kun­gen einige Tagen vor dem Beginn der Mens­trua­tion sind als Prä­men­stru­el­les Syn­drom (PMS) bekannt. Schmer­zen, die zum Zeit­punkt des Eisprungs auf­tre­ten kön­nen und meist ein­sei­tig im Unter­bauch loka­li­siert sind, hei­ßen Mit­tel­schmerz. Endo­me­triose ist eine chro­ni­sche, sehr schmerz­hafte und schwer the­ra­pie­bare Erkran­kung von Men­schen mit einer Gebär­mut­ter. Außer­halb der Gebär­mut­ter­höhle bil­den sich unkon­trol­liert Gebär­mut­ter­schleim­haut­wu­che­run­gen. Die Ursa­chen für die Ent­ste­hung der Krank­heit sind bis­her unge­klärt und oft dau­ert es Jahre bis zur Dia­gnose. Dies soll sich mit­hilfe einer Peti­tion ändern.

Und: Ist deine Periode normal?

Wenn du dei­nen Mens­trua­ti­ons­zy­klus trackst und ver­schie­dene Daten notierst, hast du einen bes­se­ren Über­blick und bemerkst Ver­än­de­run­gen in dei­nem Zyklus oder dei­ner Peri­ode direkt. Du fragst dich, wann du deine Mens­trua­ti­ons­be­schwer­den mit deiner/m Frauenärzt*in bespre­chen soll­test? Im Ide­al­fall bei dei­nen regel­mä­ßi­gen Kon­troll­un­ter­su­chun­gen. Und wenn deine Peri­ode beson­ders stark, lang oder unre­gel­mä­ßig ist und du ver­un­si­chert bist, lass die Fin­ger von einer schnel­len google-Suche. Ver­ein­bare lie­ber einen zusätz­li­chen Frauenärzt*intermin und lass dich ein­mal gründ­lich unter­su­chen und bera­ten.

Britta 
Co-Foun­de­rin Vulvani | britta@vulvani.com | Web­site | + posts

Britta Wiebe ist die Co-Grün­de­rin von Vul­vani. Am liebs­ten recher­chiert, schreibt und kon­zi­piert sie den gan­zen Tag neue Arti­kel oder inno­va­tive Bil­dungs­for­mate rund um Mens­trua­tion. Wenn sie nicht in der wei­ten Welt unter­wegs ist, genießt sie ihre Zeit mit lie­ben Men­schen im schö­nen Hamburg.