Oft dauern Menstruationsbeschwerden nur wenige Tage an. Dennoch können sie es ganz schön in sich haben und einem einen kleinen Strich durch die Tagesplanung machen. Denn wenn einem übel ist, der Kopf weh tut und sich der Bauch zusammenzieht, ist die Motivation eher im Keller. Und das jeden Monat aufs Neue! Die meisten menstruierenden Menschen kennen das aus eigener Erfahrung. Aber so muss es nicht sein. Es geht auch anders! Zum Glück gibt es wirksame Hausmittel, die die Beschwerden während der Periode auf natürliche Weise lindern können. Ich habe über die Jahre schon vieles ausprobiert. Hier erzähle ich euch nun von meinen sieben besten Tipps gegen Regelschmerzen. Sie helfen mir einzeln oder auch gerne in Kombination sehr dabei, schmerzhaftere Tage besser zu meistern und mein inneres Wohlbefinden während der Periode zu finden. 

1.    Keinen Kaffee trinken

Manchmal kann es helfen vor und während der Periode auf den geliebten Kaffee zu verzichten. Auch den Verzehr von Grünen oder Schwarzen Tees sowie Mate solltest du lieber für ein paar Tage aussetzen. Denn durch Koffein können die Menstruationsbeschwerden verstärkt werden. Am besten machst du bei der nächsten Periode einen kleinen Selbsttest und schaust, ob der Verzicht von Koffein während der Periode einen positiven Einfluss auf deine Beschwerden hat. Mir persönlich hilft es!

Mach dir lieber einen warmen Tee

Auch wenn es wichtig ist, während der Periode ausreichend zu trinken, sollten hier lieber andere Getränke auf dem Tagesplan stehen. Heiße Tees können entspannend wirken. Kräutertees oder Zitronenwasser eignen sich gut für die Zeit der Menstruation. Ingwer- oder Kamillentee helfen zum Beispiel dabei, den Magen zu entspannen und Tees aus Heilpflanzen sind schmerzlindernd und lösen Krämpfe. Tee aus Gänsefingerkraut, Schafgarben oder Brennnessel – gerne auch in dieser Dreier-Kombination – sind bei Menstruationsbeschwerden empfehlenswert. Schafgarbentee soll zum Beispiel die Produktion von Prostaglandinen (das Hormon ist der Auslöser für die Krämpfe in der Gebärmutter) hemmen.

2. Ruhe, Rückzug und Zeit zu Hause

Es ist okay, wenn wir einfach mal Nein sagen und uns für die Zeit der Periode (wenn möglich natürlich) keine Termine oder Verabredungen legen. Auch dürfen Termine abgesagt werden, wenn wir uns unwohl fühlen – würden wir bei anderen Beschwerden ja vielleicht auch machen. Sich also einfach mal ein bisschen zurückziehen und dem Körper eine kleine Ruhe-Pause schenken. Vielleicht auch mal wieder ein schönes Mittagsschläfchen machen. Stress fördert Menstruationsschmerzen, während sie durch Entspannung gelindert werden können. Alles, was ich manchmal brauche, um meine Menstruationsbeschwerden zu minimieren (oder gar nicht erst welche zu bekommen!), ist ein bisschen mehr Ruhe und Zeit für mich als sonst. Wie wäre es also mit einem kleinen Entspannungsurlaub allein zu Hause während deiner nächsten Periode?

Wenn ich mir diese entspannte Zeit schenke…

Ich liebe es zum Beispiel am ersten Tag meiner Periode mit einem Podcast im Ohr und einer Wärmflasche auf dem Bauch im Bett zu liegen. Wenn ich mir diese entspannte Zeit schenke, habe ich mittlerweile so gut wie keine Menstruationsbeschwerden mehr. Während meinen Tagen ist für mich weniger oft mehr. Du fragst dich, wie das mit deinem Job vereinbaren kannst? Wir haben da eine Idee: eine periodenfreundliche Unternehmenskultur! Manchmal hilft es aber auch, kleiner anzufangen: Offen kommunizieren, wie es dir heute geht und versuchen, zumindest die anderen Tipps gegen Regelschmerzen in deinen Arbeitsalltag zu integrieren.

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3. Wärme

Wärme, egal in welcher Form, tut mir persönlich während der Menstruation einfach gut. Durch Wärme entspannt sich die Muskulatur (zum Beispiel in der Gebärmutter) und Krämpfe werden gelöst. Zusätzlich wird die Durchblutung durch Wärme gefördert. Dadurch lassen die Beschwerden langsam nach. Wir können unseren Körper mit einem Tee von innen wärmen und mit einer Wärmflasche oder Kirschkernkissen von außen. Oder vielleicht den Bauch ein bisschen warm föhnen, wenn nix anderes zur Hand ist? Warme Socken helfen ebenfalls, den Körper warm zu halten. Ein entspannendes Bad, ein Saunabesuch oder eine warme Dusche können ebenfalls beruhigend wirken.

4. Leichte Bewegungen + Yoga

Wenn du nur unter leichten Regelschmerzen leidest, kann ein bisschen Bewegung eine gute Idee für dich sein. Auch wenn du eigentlich lieber im Bett bleiben würdest, solltest du überlegen, ob sanfter Sport nicht doch eine gute Option sein könnte. Durch Bewegung wird die Durchblutung im Körper, und somit auch in der Gebärmutter, angeregt. Die Gebärmutter kann sich dadurch wieder mehr entspannen und Schmerzen lassen nach. Außerdem werden durch Bewegung auch Glückshormone freigesetzt – die ja sowieso immer schön sind! Ich mache während der Periode gerne ein bisschen Yoga. Aber auch ein Spaziergang oder eine kleine Fahrradtour können krampflösend wirken und helfen mir. Leichte sportliche Betätigungen reichen vollkommen aus. Wenn dir während deiner Periode so gar nicht nach Sport ist, kann sich regelmäßiges Training im restlichen Zyklus auch positiv auf Menstruationsbeschwerden auswirken und diese vorbeugen.

5. Entspannung durch bewusste Atmung

Einmal tief durchatmen, bitte. Oder auch ein paar Mal mehr. Eine bewusste Atmung hilft uns dabei, den Körper und die Psyche zu entspannen. Oft reichen schon fünf Minuten aus, um uns auf unseren Atem bewusst zu konzentrieren und erste leichte Schmerzlinderungen zu merken. Hierbei ist es besonders hilfreich, wenn du deine Atmung gezielt dort hinlenkst, wo du Schmerzen hast. Setze dich aufrecht hin, schließe die Augen und lege deine Hände auf die schmerzende Körperstelle. Atme langsam und bewusst in die Schmerzen hinein. Dabei wölbt sich der Bauch natürlich nach vorn, halte den Atmen für einige Sekunden. Atme dann vollständig, aber langsam aus und entspanne deinen Bauch wieder. Mach die Übung so oft, bis für dich eine Besserung spürbar ist. Je häufiger du Atemübungen machst, desto besser kann sich dein Körper auf die Atmung einlassen und entspannt sich schneller. Ein bisschen Geduld und Übung sind hier am Anfang jedoch gefragt.

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Tipps gegen Regelschmerzen perfekt miteinander kombinieren

Auch andere Entspannungs- oder Atemübungen sind denkbar. Beim Yoga kann ich leichte Bewegungen (Tipp 4) und eine bewusste Atmung (Tipp 5) super kombinieren.

6. Nachhaltige Menstruationsprodukte

Nachhaltige Menstruationsprodukte können auch dabei helfen, weniger Regelschmerzen zu haben. Ein guter Anfang ist es Bio-Periodenprodukte zu benutzen. Dadurch kommt der Körper mit deutlich weniger Schadstoffen in Berührung als mit herkömmlichen Produkten. Menstruationstassen stören, anders als Tampons, die Vaginalflora nicht. Wenn es zu einem ‚Blutstau’ in der Vagina kommt, kann dies zu zusätzlichen Krämpfen führen. Um dem entgegen zu wirken, können (Stoff-)Binden oder Periodenunterwäsche helfen. Seitdem ich auf herkömmliche Tampons verzichte und größtenteils frei menstruiere, habe ich deutlich weniger Schmerzen während der Periode.

Zusammenhang zwischen Periodenprodukten und Regelschmerzen?

Fragt doch mal in eurem persönlichen Umfeld, welche Periodenprodukte am häufigsten benutzt werden und schaut, ob ihr einen Zusammenhang zwischen Intensität der Regelschmerzen und verwendeter Produkte feststellen könnt. Und erzählt mir dann von den Ergebnissen – ich bin schon sehr gespannt!

7. Lavendelöl

Lavendel ist für seine beruhigende sowie schlaffördernde Wirkung bekannt. Der Duft der Heilpflanze kann auch bei (primären) Regelschmerzen positiv wirken. Ich creme mein Gesicht zum Beispiel gerne abends vor dem Schlafengehen mit Lavendelöl ein. Denkbar wäre auch, das Öl in eine Duftlampe zu geben oder ein paar Tropfen auf das Kopfkissen zu geben. Lavendelöl wirkt vor allem in Verbindungen mit einer tiefen sowie bewussten Atmung. Auch eine liebevolle Bauchmassage mit dem Öl kann Spannungen lösen und Regelschmerzen lindern. Einfach langsam mit beiden Händen im Uhrzeigersinn über den Bauch streicheln. Hierbei einen sanften Druck auf den Bauch ausüben.

Was sind deine besten Tipps gegen Regelschmerzen?

Und du? Was hilft dir? Was sind deine besten Hausmittel und Tipps gegen Regelschmerzen? Welche Lebensmittel helfen dir bei Menstruationsbeschwerden? Was funktioniert für dich am besten? Gibt es Produkte, auf du die während deiner Periode nicht mehr verzichten möchtest? Schreib uns gerne. Wir freuen uns darauf, deine (Geheim-)Tipps für eine schmerzfreie Periode zu hören. Lasst uns in den Austausch gehen. Denn so können wir alle von den Erfahrungen anderer profitieren und unser Wissen miteinander teilen.

Hinweis: Bei schweren Menstruationsbeschwerden, die deinen Alltag einschränken, ist eine ärztliche Untersuchung wichtig! Unser letzter Tipp bei Regelschmerzen für dich: Lass dich lieber einmal zu viel als einmal zu wenig untersuchen! Hinter starken Regelschmerzen können sich auch Krankheiten, wie zum Beispiel Endometriose, verbergen.

Britta
Co-Founderin Vulvani | britta@vulvani.com | Website | + posts

Britta Wiebe ist die Co-Gründerin von Vulvani. Am liebsten recherchiert, schreibt und konzipiert sie den ganzen Tag neue Artikel oder innovative Bildungsformate rund um Menstruation. Wenn sie nicht in der weiten Welt unterwegs ist, genießt sie ihre Zeit mit lieben Menschen im schönen Hamburg.