Heute geht es um meine ganz per­sön­li­che Geschichte und Erfah­rung mit Free Blee­ding: Wie bin ich eigent­lich dazu gekom­men? Wie habe ich es wirk­lich gelernt? Es gibt Ant­wor­ten auf eure Fra­gen und Erzäh­lun­gen dar­über, was Free Blee­ding für mich bedeu­tet. Für mich ist die­ser Arti­kel ein biss­chen wie eine öffent­li­che Lie­bes­er­klä­rung an die freie Mens­trua­tion. Warum? Weil ich Lust habe euch dar­über zu erzäh­len. Damit Free Blee­ding ein Gesicht bekommt und somit auch ein Stück­chen greif­ba­rer und vor­stell­ba­rer wird. Wenn ihr euch fragt, was Free Blee­ding eigent­lich genau ist, wie es funk­tio­niert und was dahin­ter steckt, könnt ihr das hier nach­le­sen. 

Eine Freundin erzählte mir von der freien Menstruation

Eine gute Freun­din hat mir vor ein paar Jah­ren zum ers­ten Mal von der freien Mens­trua­tion erzählt. Sie hat es sel­ber durch Zufall und ein biss­chen aus der Not her­aus prak­ti­ziert, weil sie mit her­kömm­li­chen Peri­oden­pro­duk­ten nicht zufrie­den war. Und dann hat sie das mal irgend­wann eher neben­bei erwähnt. Da waren wir gerade für meh­rere Monate zusam­men in Mexiko und ich war genervt, dass es Tam­pons nicht immer und über­all zu kau­fen gab. Oder zumin­dest nicht die, die ich gerne benutzt habe. Ich hatte mir also für meh­rere Monate, Tam­pons aus Deutsch­land mit­ge­nom­men. Ganz sicher, wie viele ich für die Zeit brau­chen würde, war ich mir vor­her aber nicht. Also hatte ich ein­fach eine Packung in mini, nor­mal und super ein­ge­packt. Rich­tig zufrie­den war ich mit mei­ner ‚Lösung’ aber auch nicht.

Wenn andere das können, schaffe ich das auch

Ich war also ziem­lich hell­hö­rig gewor­den, als meine Freun­din sagte, dass sie gar keine Peri­oden­pro­dukte mehr brauchte. Ich habe sie gefühlt mit tau­send Fra­gen gelö­chert. Sie hat mir gedul­dig Tipps gege­ben und von ihrer Erfah­rung mit Free Blee­ding erzählt. Wie so viele, konnte ich es mir erst auch nicht vor­stel­len, dass die freie Mens­trua­tion wirk­lich funk­tio­nie­ren kann. Irgend­wie war ich aber neu­gie­rig gewor­den. Ich habe mir dann ein­fach gesagt: Wenn andere Men­schen das kön­nen, dann kann ich das viel­leicht ja auch. Ich habe es bei dann bei mei­ner nächs­ten Peri­ode direkt aus­pro­biert und mit jeder wei­te­ren Mens­trua­tion mehr geübt. Und ich kann euch sagen: Free Blee­ding klappt wirk­lich! Manch­mal kann ich es nicht glau­ben, dass ich erst Mitte 20 wer­den musste, bevor ich so eine coole Mög­lich­keit und Funk­tion an mei­nem eige­nen Kör­per ent­de­cken bzw. ken­nen­ler­nen durfte. Da hatte ich immer­hin schon über zehn Jahre Mens­trua­ti­ons­er­fah­rung (mit Tampons).

Hast du Lust, Free Blee­ding aus­zu­pro­bie­ren und deine Peri­ode neu zu erle­ben? Dann ist unser Online-Kurs “Mens­trua­tion ohne Pro­dukte: Free Blee­ding ler­nen” genau das Rich­tige für dich!

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Meine erste Erfahrung mit Free Bleeding

Wenn mich Leute fra­gen, ob Free Blee­ding bei mir von Anfang geklappt hat, ant­wor­ten ich gerne Fol­gen­des: Ja, es hat direkt funk­tio­niert. Mein Kom­fort­le­vel mit der freien Mens­trua­tion ist heute jedoch deut­lich höher als noch vor ein paar Jah­ren. Diese Angst und Unsi­cher­heit, die ich am Anfang hatte, dass es nicht rich­tig klappt und dass viel­leicht doch ein biss­chen Mens­trua­ti­ons­blut dane­ben geht, war damals viel grö­ßer als jetzt. Am Anfang war ich recht unsi­cher und habe mich immer gefragt: Muss ich jetzt noch mal Blut ablas­sen? Und meist lau­tet meine Ant­wort dann: Ach, ich gehe lie­ber noch mal schnell, um sicher zu sein. Ich glaube, dass das mei­nen All­tag schon beein­flusst hat. Gefühlt konnte ich an nichts ande­res mehr wäh­rend mei­ner Peri­ode denken.

Es ist ein Lernprozess, den eigenen Körper neu entdecken

Free Blee­ding zu prak­ti­zie­ren war bzw. ist aber noch immer ein Lern­pro­zess. Denn es erfor­dert ein kom­plet­tes Umden­ken und Hin­ter­fra­gen. Und das braucht Ruhe, Übung und Zeit. Ich musste erst ein­mal ver­ste­hen, dass es erlern­bar ist, bewusst das Peri­oden­blut abzu­las­sen. Es ist ein Pro­zess, wie viele andere in unse­rem Kör­per auch, den wir steu­ern kön­nen. Mit der Zeit habe ich mei­nen eige­nen Kör­per ganz neu ken­nen­ge­lernt und bewuss­ter wahr­ge­nom­men. Ich habe ver­sucht ihn zu ver­ste­hen und auf meine eige­nen Bedürf­nisse mehr ein­zu­ge­hen – anstatt immer gegen mich oder mei­nen Kör­per zu arbei­ten und die Peri­ode zu unter­drü­cken oder im bes­ten Fall zu igno­rie­ren. Durch meine Erfah­rung mit Free Blee­ding habe ich gelernt zu akzep­tie­ren, dass meine Peri­ode auch etwas Schö­nes sein kann. Mitt­ler­weile ver­su­che ich eigent­lich immer frei zu men­stru­ie­ren. Es geht mir dadurch bes­ser und ich fühle mich woh­ler damit.

Mein Kopf und Uterus kommunizieren miteinander

Mit der Zeit habe ich ein (Ur-)Vertrauen für mich und mei­nen Kör­per ent­wi­ckelt. Ich glaube daran, dass mein Kör­per frei men­stru­ie­ren kann und das alles gut gehen wird. Ich habe auch das Gefühl, dass mein Kör­per und ich, quasi mein Kopf und mein Ute­rus, auf eine beson­dere Art mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren und ver­bun­den sind. Es ist ein Weg zu mehr Natür­lich­keit und Ver­bun­den­heit mit mir selbst. Durch die freie Mens­trua­tion hat meine Peri­ode eine Stimme, einen Wil­len bekom­men. Sie gibt den Takt vor, lei­tet mich und bestimmt nun meine Tage wäh­rend der Tage – so wie es auch sein sollte. Die freie Mens­trua­tion ist für mich eine Art Kunst, in der sich mein Kör­per von der schöns­ten Seite zeigt. Vol­ler Farbe, vol­ler Freude. Es ist ein Tanz aller Sinne, die Mens­trua­tion so bewusst zu leben.

Durch meine Erfahrung mit Free Bleeding habe ich mehr über meinen Körper gelernt

In den letz­ten Jah­ren habe ich mich auch mehr mit der Bio­lo­gie und Ana­to­mie, die mit der Peri­ode zusam­men­hän­gen, beschäf­tigt. Ich habe mir ange­schaut, wie mein Kör­per eigent­lich von innen auf­ge­baut ist und wo das Mens­trua­ti­ons­blut über­all lang fließt. Ich habe auch bewuss­ter auf mein Mens­trua­ti­ons­blut geach­tet und schnell gemerkt, dass es kein fort­lau­fen­der Blut­strahl ist – auch wenn es oft so ver­mit­telt wird. Durch mehr Wis­sen und ein bes­se­res Ver­ständ­nis für mei­nen Kör­per ergibt meine Erfah­rung mit Free Blee­ding auch in mei­nem Kopf mehr Sinn. Das hat mir wie­derum mehr Sicher­heit und Ver­trauen gege­ben. Jetzt denke ich jedes Mal, wenn ich meine Peri­ode habe: „Krass, ich kann mein Mens­trua­ti­ons­blut steu­ern. Ich schaffe etwas, wovon mir immer gesagt wird, dass ich es nicht kann.“ Das ist immer wie­der die schönste Bestä­ti­gung für mich selbst und so ein ein­zig­ar­ti­ges (Körper-)Gefühl, was mög­lich ist, wenn wir an uns und unse­ren Kör­per glauben!

Lust deine eigene Erfahrung mit Free Bleeding zu machen?

Die Peri­ode wird oft so dar­ge­stellt, dass sie uns beein­träch­tigt, uns schwä­cher macht. Mitt­ler­weile ist es aber etwas, was ich bewusst steu­ern kann. Ich gestalte die Tage mei­ner Peri­ode aktiv mit. Es ist nicht mehr was, was ich ver­ste­cken möchte oder eklig finde. Ich wün­sche mir, dass alle Men­schen von der freien Mens­trua­tion wenigs­tens mal gehört haben. Und wer selbst men­stru­iert, sollte es aus mei­ner Sicht auch ein­mal aus­pro­bie­ren. Denn es ist schon ein ganz beson­de­res Gefühl, wenn es klappt. Schickt mir gerne eure Fra­gen, wenn ihr Tipps für den Anfang braucht! Wenn ihr sel­ber frei men­stru­iert, dann erzählt mir gerne von eurer Erfah­rung mit Free Blee­ding: Wer hat euch davon erzählt? Wie klappt es bei euch? Ich bin schon gespannt, eure ganz per­sön­li­chen Geschich­ten zu hören.

Britta 
Co-Foun­de­rin Vulvani | britta@vulvani.com | Web­site | + posts

Britta Wiebe ist die Co-Grün­de­rin von Vul­vani. Am liebs­ten recher­chiert, schreibt und kon­zi­piert sie den gan­zen Tag neue Arti­kel oder inno­va­tive Bil­dungs­for­mate rund um Mens­trua­tion. Wenn sie nicht in der wei­ten Welt unter­wegs ist, genießt sie ihre Zeit mit lie­ben Men­schen im schö­nen Hamburg.