Menstruation ist ein Thema, das unabhängig von Kultur, Religion, Gesellschaft, Land und manchmal auch Geschlecht alle Menschen weltweit betrifft. Wenn die Hälfte der Weltbevölkerung monatlich blutet, warum fühlt es sich dann oft paradoxerweise so einsam, unangenehm oder gar peinlich an? Warum zählt Menstruation noch immer als ein gesellschaftliche Tabus?

Gesellschaftliche Tabus: Menstruation gehört dazu

Die Art wie wir über Menstruation sprechen, hat direkten Einfluss darauf, wie wir als Gesellschaft über sie denken. Menstruation wird als etwas sehr privates, intimes und persönliches angesehen. Es gibt nur selten offene Diskussionen darüber, was die Periode für menstruierende Menschen und ihren Körper wirklich bedeutet. Denn noch immer wird Menstruation gesellschaftlich tabuisiert, was Schamgefühle mit sich bringt. Dies führt dazu, dass wir lernen, die Menstruation bewusst zu verstecken. Das monatliche Bluten ist jedoch ein natürlicher und biologischer Vorgang, der den Ursprung allen Lebens darstellt und somit Ausdruck von Weiblichkeit sein kann. Wenn jede menstruierende Person in ihrem Leben rund 3000 Tage blutet, warum wird dann in den Medien oder der Politik nicht wirklich darüber gesprochen? 

Und manchmal ist Reden doch Gold

Wir müssen das Schweigen brechen und anfangen, international und vor allem offen über Menstruation zu sprechen. Wir müssen aufhören, die Periode als abstoßend wahrzunehmen und es als das akzeptieren, was es wirklich ist: ein natürlich, regelmäßig stattfindender biologischer Prozess, der die Gesundheit und Fruchtbarkeit einer menstruierenden Person symbolisiert. Gesellschaftliche Tabus sowie Normen müssen in diesem Kontext durch Bildung sanft herausgefordert werden. Nur so kann Menstruation ihren Platz in der Öffentlichkeit finden und der menstruierende Körper gefeiert werden. Wir bei Vulvani möchten die Stimmen aller erheben und feiern. Denn das Streben um einen offeneren Umgang mit der Menstruation geht für uns Hand in Hand mit dem Kampf um Gleichberechtigung und der Teilnahme aller an öffentlichen Debatten. 

Formen der gesellschaftlichen Diskriminierung

Menstruierende Menschen werden teilweise noch immer aufgrund ihrer monatlichen Regelblutung gesellschaftlich diskriminiert. Dies nimmt abhängig von Land und Gesellschaft, in der sie leben, verschiedene Formen an: Vom Schweigetabu bis hin zum bewussten Ausschließen vom öffentlichen Leben reichen. Kinder verpassen zum Teil aufgrund ihrer Periode den Schulunterricht. Erwachsene dürfen nicht zur Arbeit gehen. Gründe hierfür können neben kulturellen Einstellungen gegenüber dem Menstruationsblut als unrein, auch Geldmangel für Menstruationsprodukte sein. Auch fehlende Sanitäranlagen an öffentlichen Orten sind ein Teil davon. Die monatliche Periode führt somit weltweit zu einer systematischen Benachteiligung von menstruierenden Personen. Dies kann dazu führen, dass Menschen grundlegende Menschenrechte, die im direkten Zusammenhang mit der Menstruation stehen, verwehrt bleiben. Dies umfasst beispielweise das Recht auf Bildung, Gesundheit oder Sanitärversorgung. Weiblichkeit und die damit verbundene Menstruation dürfen jedoch nicht zwischen einer menstruierenden Person und ihren Rechten sowie Zielen stehen.

Unsere Vision bei Vulvani: Gesellschaftliche Tabus brechen

Unser Vision bei Vulvani ist es, dass jede Person die eigene Menstruation sicher, mit Würde und vor allem ohne Scham oder Diskriminierung erlebt. Durch Vulvani möchten wir, Vorurteile gegenüber der Menstruation durch Aufklärung abbauen, den gesellschaftlichen Austausch über das Thema langfristig fördern und somit unseren Beitrag zu einer gerechteren Welt leisten. Denn wir haben keine Scheu davor auch vermeintliche gesellschaftliche Tabus offen auszusprechen. Unser Ziel ist die Enttabuisierung sowie Normalisierung der Periode. Wir wünsche uns, dass Vulvani ein Beispiel dafür wird, wie wir gesellschaftliche Tabus brechen können.

Britta
Co-Founderin Vulvani | britta@vulvani.com | Website | + posts

Britta Wiebe ist die Co-Gründerin von Vulvani. Am liebsten recherchiert, schreibt und konzipiert sie den ganzen Tag neue Artikel oder innovative Bildungsformate rund um Menstruation. Wenn sie nicht in der weiten Welt unterwegs ist, genießt sie ihre Zeit mit lieben Menschen im schönen Hamburg.